Wießner H. / III                                                                           Textauszug

 

Seite 172

1586 urkundete Salomon Zeidler von Bautzen als Inhaber der Herrschaft Paternion, daß sich etliche Herren und Gewerken aus Villach in das Eisenbergwerk am Egg, dasselbe zu erheben -es war also stillgelegt gewesen -, stark eingerassen hätten. Dieses Bergwerk habe 1527 Herr Siegmund von Dietrichstein den Gebrüdern Hans und Matthes Görtschacher, Bürgern aus Villach, auf ihre Bitten überlassen, ebenso das Hammer- und Hüttwerk am Feistritzerbach, so wie es weiland Hans von Ferndorf, Pfleger zu St. Paternion, von Hans Kaltenhauser selig käuflich an sich gebracht habe. Das Bergwerk am Egg sei aber von den Görtschachern verlassen worden und nun hätten die "edlen, ehrenvesten und weisen Hans Halfinger, Michael Grundtner und Achatz Prendtner, alle wohnhaft zu Villach von freyem grüsnen Wasen und Grund auf eigene Unkosten, Gewinn und Verlust miteinander zu teilen, das Bergwerk zu erheben, zu bauen und zu verlegen sich unterfangen und darauf bereits ein ziemblich Unkosten angewandt." Zeidler verlieh ihnen nun das Bergwerk zu Zins. Von jedem Meiler Roheisen hatten sie 35 Kreuzer und von jedem Meiler geschlagenen Eisen 14 Kreuzer zu entrichten. Niemandem außer den vorgenannten drei Bürgern sollte es gestattet sein, Blähöfen zu errichten, außer dem Grafen von Dietrichstein selbst, wenn er einen bauen wolle. Zur Erbauung ihrer Werkgaden wurde ihnen die "Stoggenboyer Gassen auf der Gemein am Feistritzbach" zugewiesen. Die Hammerwerke verlegten sie zum Teil an den Feistritzbach unterhalb der Traginbrücke und zur Holznutzung wurde ihnen der Duelforst und der Schloßforst samt der Au bis auf die Mühle "Sairandl" in Duel zugewiesen. Der Vertrag wurde am 1. Juni 1586 abgeschlossen.

Am 24. April 1587 verkauften die Dietrichsteiner die Herrschaft Paternion um 40.000 fl gegen Wiedereinlösung an Moritz Christoph Khevenhüller .14) In dem Vertrag wurde vermerkt, daß im Falle einer Wiedereinlösung durch die Dietrichsteiner, die von Khevenhüller betriebenen Bergwerke und Hüttenwerke nicht mit inbegriffen wären, sondern im Besitz der Khevenhüller verbleiben sollten. Da Moritz Christoph Khevenhüller den Bergbau selbst zu führen willens war, kündigte er sämtliche Pachtverträge auf. So auch den mit dem vorerwähnten Grundner, der "wegen Armuet nit ferrer hat kontinuieren können." Khevenhüller schien nun den hiesigen Bergbaubetrieb mit viel Kapital begonnen zu haben und Ainether weiß zu berichten, daß dieser in Kreuzen 12 Schläge nebst Nagelschmieden und Drahtzügen, 2 Schläge im Hammergraben und 2 Schläge in Stockenboi betrieben habe. Da das im Bergwerk am Eck gefundene Eisen für den erweiterten Betrieb nicht genügte, ließ Khevenhfiner Roheisen aus dem Gmündner Revier zuführen.

Aber auch Moritz Christoph Khevenhüller war den gewaltigen Kapitalanforderungen, die der Paternioner Bergbau erforderte, auf

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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