Pichler A. / Bergbau in Ostkärnten

 

Karte: Neumarkt i. Stmk. 160/4

1 Althaus (Eisen, Kupfer, Silber)
Gemeinde Hüttenberg

Gefundene Mineralien:
Anglesit, Aragonit, Arsenopyrit, Bergkristall, Boulangerit, Bournonit, Cerussit, Calcit, Chalcedon, Chalkopyrit, Galenit, Goethit, Lepidokrokit, Hydrozinkit, Jarosit, Linarit, Malachit, Mimetesit, Parasymplesit, Pharmakosiderit, Pittizit, Pyrit, Siderit, Skorodit, Sphalerit.

Beschriebene Mineralien:
Gleich wie „Gefundene Mineralien“.

Eigene Beobachtungen:
1998 gelang die Auffindung des "Silberbergwerks Althaus". Historisch ist der Silberbergbau Althaus sehr mangelhaft dokumentiert. Lediglich im Buch von Wießner (1950) wird hingewiesen, dass im Jahre 1536 ein Oberstbergmeister Wilhelm von Moshaim der Besitzer des Silberbergwerkes Althaus war. Sein Nachfolger war Martin Zott, ein in Kärnten bekannter Gewerke. Die im Gelände feststellbaren Spuren des Bergbaues sind in der Situationsskizze dargestellt. Da über die abgebauten Erze bisher nichts bekannt war, wird an Hand der durch Haldengrabungen aufgefundenen Erzstufen versucht, die Erzführung dieses sicherlich ertragreichen Bergbaues festzustellen.

 

Folgende Gangarten konnten festgestellt werden:

1. Sideritgangart: mit Siderit, Bournonit, Boulangerit, Pyrit, Arsenopyrit und Bergkristall. Diese Gangart scheint eine Mächtigkeit von 20 - 30 cm erreicht zu haben und ist auf den Halden am häufigsten anzutreffen.

2. Calcitgangart: mit Calcit, Sphalerit, Galenit, Bournonit und untergeordnet etwas Pyrit und Mimetesit. Diese Gangart dürfte nicht über eine Mächtigkeit von ca. 05 - 10 cm hinausgekommen sein und ist auf den Halden eher Mangelware.

3. Arsenopyritgang: mit Arsenopyrit, Skorodit und Pharmakosiderit. Diese Gangart besteht aus stark zersetztem Arsenopyrit mit sehr viel Skorodit in einer Art Breccie. Sie konnte auch in einer Stärke von bis zu 20 cm beobachtet werden.

Ob diese angeführten Gangarten gleichzeitig oder in mehreren parallel verlaufenden Gängen gesondert vorkommen, kann wegen der Unzugänglichkeit der Baue nicht mehr festgestellt werden. Interessant ist jedoch die Auffindung von Scheidehalden, auf denen eine Trennung der Gangarten zu beobachten ist. Abschließend muss festgestellt werden, dass kein einziger Silberträger aufgefunden werden konnte.

Auch dieses Kärntner Silberbergwerk teilt das Schicksal vieler Silberbergwerke die in der damaligen Zeit im Grundbesitz vom Erzbistum Salzburg angeschlagen wurden, ein Opfer der damaligen Gesetze. Um den Grundherrn (Erzbistum Salzburg) zu umgehen, wurden vom Bergrichter des Landesherrn (Kaiser) viele Bergwerke auf Ansuchen der Gewerken als Eisenbergwerke vergeben, obwohl dort schlussendlich Silber, Gold und Kupfer abgebaut wurde. Der Bergrichter des Kaisers konnte Eisen- Salz- Alaun und Quecksilberbergbaue vergeben, der Bergrichter des Erzbistums Salzburg Gold-, Silber und Kupferbergbaue.

Weiterführende Literatur:
BLASS.& PICHLER 2000; NIEDERMAYR et. al. 1999.

 

Situationsskizze Althaus (Eisen, Kupfer, Silber)

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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