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938.
Eine bisher unbekannte Kupfervererzung mit Fahlerz und Sphalerit sowie
Aragonit, Aurichalcit, Azurit, Dolomit, Malachit und Quarz aus altpaläozoischen
Karbonatgesteinen unterhalb der Egger Alm bei Möderndorf im Gailtal, Kärnten.
Die nun schon traditionelle Exkursion im Anschluß an die Frühjahrstagung
der Fachgruppe für Mineralogie und Geologie des Naturwissenschaftlichen
Vereines für Kärnten ermöglichte den Teilnehmern im Vorjahr nicht nur
das Kennenlernen der ehemaligen Abbaue auf dem Poludnig und im Gebiet der
Unterbuchacher Alm in den Karnischen Alpen, sondern machte auch mit einer
bis dahin in der Literatur nicht aufscheinenden kleinen Kupfervererzung im
Bereich des Eberdorfer Berges unterhalb der Egger Alm bei Möderndorf
bekannt. In dunkelgrauen, mehr oder weniger gebankten, altpaläozoischen
Karbonatgesteinen, die nach der Geologischen Karte (Blatt 199 Hermagor,
1:50.000, Geologische Bundesanstalt in Wien) zum silurischen bis
devonischen Ederkalk zu stellen sind, fand Herr Helmut PRASNIK, St.
Magdalen, einen alten Stollen, der offenbar auf eine an Derbquarzgänge
gebundene, sulfidische Vererzung angelegt worden ist; über das Alter des
Bergbauversuches ist derzeit nichts bekannt. Möglicherweise handelt es
sich dabei aber um einen jener kurzlebigen Schürfe durch den Gewerken
Josef von FINDENIGG und STOCKERS-HEIM ,,1780 auf der Eggeralm", den
WIESSNER (1951) erwähnt. Der Schurf scheint in der Lagerstättenkarte von
FRIEDRICH (1953) jedenfalls nicht auf. Ein dunkelgrauer, von hellen
Karbonatgängen durchzogener Dolomit wird von Derbquarzgängen
durchschlagen. In offenen Kavernen dieser Gänge sind bis 2 cm dicke, trübweiße,
teils aber auch bläulichgrüne, parallel-feinfaserig aufgebaute
Aragonitsinter zur Ausbildung gekommen. Grobblockig-kristalline Partien im
tieferen Teil der Sinterlagen stellten sich dagegen als Calcit heraus. Im
derben Quarz sind regellos verteilte Fahlerzputzen eingesprengt.
Kristallisiertes Fahlerz war in dem uns vorliegenden Untersuchungsmaterial
nicht zu beobachten. Gelbbraune, mit Fahlerz z. T. zusammen vorkommende,
harzglänzende Partien wurden als Sphalerit bestimmt. Das Fahlerz, dessen
Chemismus mittels wellenlängendispersiver Mikrosondenanalyse (in der
Folge mit EMS-Analyse bezeichnet) bestimmt wurde, ist ein Mischfahlerz mit
einem molaren Verhältnis Tetraedrit/Tennantit von ca. 1.1. Bemerkenswert
ist der relativ geringe, jedoch signifikante Gehalt von Ag und Hg (Tabelle
2). Auf Kluftflächen und in kleinen Kavernen des Derbquarzes kommt es zur
Bildung dünnster Azurit-und Malachitbeläge, z. T. auch von Rasen
kleiner, gut ausgebildeter Azuritkriställchen. Azurit bildet in Hohlräumen
gelegentlich auch dunkelblaue Wärzchen. Die Sphalerit-und Fahlerzpartien
sind häufig von einem charakteristisch gelbgrün gefärbten Belag
umkrustet, der vermutlich zum Bindheimit zu stellen ist, was bisher röntgenographisch
aber nicht zu verifizieren war.
Cu
39,4
Fe
1,9
Zn
6,2
Ag*
0,1
Hg*
0,2
As
8,6
Sb
14,9
Bi
-
S
26,8
Summe
98,1 *
Mittel
aus je 6 Messungen
Tabelle
2: EMS-Analyse des Fahlerzes von der Egger Alm bei Möderndorf, Kärnten
(in Gew.-%; Mittel von 2 Analysen).
An
weiteren Mineralphasen, die nur im Erzanschliff bzw. mittels EDS-Analyse
nachzuweisen waren, sind Apatit (eingewachsen in Dolomit), Cinnabarit,
Ag2S (Akanthit?) und Cuprit zu nennen. Es ist zu erwarten, daß die
genauere Durcharbeitung des bisher aufgesammelten Materials noch weitere
Mineralnachweise ermöglichen wird. Darüber hinaus wäre es sicher
lohnend, das gegenständliche Gebiet auf weitere Vererzungen bzw. auf
weitere Bergbauspuren abzusuchen.
(NIEDERMAYR,
BRANDSTÄTTER, HAMMER)
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